Besonders lärmgefährdete Berufe

Berufe, die besonders lärmgefährdet sind

Kennst du bereits die lautesten Berufe? Es gibt Berufe, die das Risiko eines Gehörverlustes erhöhen können. Ab einem Alter von 50 Jahren ist in Deutschland bereits jeder Dritte von einem Gehörverlust bedroht . Die Probleme mit dem Gehör hängen oftmals eng mit dem beruflichen Umfeld zusammen. Typische Beispiele sind:

  • Barkeeper im Nachtclub
  • Zahnarzt
  • Mitarbeiter bei der Flugzeugabfertigung

Bei diesen Berufen bist du einer erhöhten Lärmbelastung ausgesetzt. Die Liste solcher typischen Berufe ist aber noch viel länger, wenn es um die Schallbelastung geht. Lärmschwerhörigkeit ist viel weiter verbreitet, als du denkst.

In Deutschland ist die Lärmschwerhörigkeit nämlich eine der führenden Berufskrankheiten überhaupt. Hast du das gewusst? Diese Berufskrankheit solltest du deshalb nicht unterschätzen. Jedes Jahr werden Entschädigungsleistungen in Höhe von ca. 35 Millionen Euro geleistet. Diese Zahlungen gehen an Menschen, die am Arbeitsplatz durch das Umfeld geschädigt werden.

 

Was dahinter steckt hinter der Lärmbelastung?

Für dich ist es vielleicht nicht immer offensichtlich, welche Berufe von Lärmbelastung besonders betroffen sind. Hättest du erwartet, dass es Zahnärzten und den Angestellten in Zahnarztpraxen oft so ergeht? Die Schallbelastung dort ist erhöht. Stell dir die lauten Geräusche von Bohrern und Absauggeräten vor. Deren Werte liegen bei 80 dB und noch höher. Der Abstand zu den Lärmquellen ist in diesen Berufen sehr gering. Den ganzen Tag über ist die Belastung konstant gleich laut. Auf Dauer werden dadurch Schäden verursacht.

Ein ähnliches Beispiel sind Mitarbeiter von Brauereien. Auch sie zählen zur typischen Gefahrengruppe. Dasselbe gilt für das Personal am Flughafen. Diese Mitarbeiter sind ebenso einer sehr stark erhöhten Belastung durch Lärm ausgesetzt. Deshalb ist der entsprechende Gehörschutz so wichtig. Kannst du dir vorstellen, dass auch Mitarbeiter in der Autoproduktion, Straßenbauarbeiter und Arbeiter in Stahlwerken enorm betroffen sind? An all diesen Orten wird das Gehör sehr stark strapaziert. In diesen Bereichen ist es daher Pflicht, einen Lärmschutz zu tragen. Dasselbe gilt auch für die Holzwirtschaft.

 

Gehörbelastungen im Bereich der Nacht- und Musikclubs

Menschen, die in einem Nachtclub bzw. auf Konzerten oder bei sonstigen Musikveranstaltungen arbeiten, sind häufig nicht so gut gegen Lärm geschützt. Leider wird auf die Sicherheit der Mitarbeiter in diesen Bereichen oft nur wenig geachtet. Auch die Eigenverantwortung wird hier meistens nicht sehr groß geschrieben. Hast du vielleicht schon einmal einen Barkeeper gesehen, der einen Hörschutz getragen hat? Die Lautstärke in einem typischen Musikclub kann bis zu 110 dB und noch mehr betragen. Der obere Auslösewert beträgt 85 dB bei einer dauerhaften Belastung. Laut Verordnung müssten solche Lärmbereiche eigentlich gekennzeichnet sein. Der Arbeitgeber trägt dafür die Verantwortung. Das wiederum bedeutet, dass in solchen Bereichen ein Gehörschutz getragen werden muss. 

Es gibt besondere Ohrstöpsel, die für den Musikgenuss geeignet sind. Bestimmte Frequenzen werden dann von diesen herausgefiltert, ohne dass die Kommunikation dadurch gestört wird.

 Bist du ein Musikgenießer oder gehst du gerne auf Konzerte? Auch in diesem Fall solltest du unbedingt an einen Gehörschutz denken. Sehr häufig wird die Musik über mobile und tragbare Abspielgeräte konsumiert. Auch das solltest du als Gefährdung für deine Ohren sehen.

 

Berufsmusiker zählen zur typischen Gefahrengruppe

Auch Berufsmusiker sind betroffen. Studien belegen, dass die Hörkapazität fast jedes dritten Musikers in einem Orchester im Laufe seines beruflichen Lebens abnimmt und er diese schlimmstenfalls ganz verliert. Ein Musiker ist aber auf sein gutes Gehör angewiesen. Manchmal sind die Lärmbelastungen so stark wie bei einer Kreissäge. Trotzdem tragen Berufsmusiker keinen entsprechenden Gehörschutz. 

Weißt du, dass sogar pädagogische Berufsgruppen belastet sind? Der Lärmpegel an Kindertagesstätten und Schulen ist enorm erhöht. Und auch wenn die Quelle bei einem Orchestermusiker etwas Erfreuliches ist, so ist die Lautstärke trotzdem zu hoch.

Für dich gilt es deshalb, deinen Alltag auf eventuelle Lärmbelastungen und Lärmquellen zu überprüfen. Zu viel Lärm in deinem Alltag bedeutet eine negative Auswirkung auf deine Gesundheit. Ganz besonders dein Nervensystem ist betroffen. Aber auch dein Herz-Kreislaufsystem nimmt davon Schaden. Es kann zu Erkrankungen kommen, dein Immunsystem wird anfälliger. Du kannst dich nicht wirklich erholen, du reagierst nervös und gereizt.

 

Die typischen lärmgefährdeten Berufsgruppen

An erster Stelle liegen mit 140 dB Mitarbeiter im Bereich der Flugzeugabfertigung. Das Bodenpersonal am Flughafen erreicht traurige Spitzenwerte. Ganz besonders laut geht es auf dem Rollfeld zu, wo die Flugzeuge starten und landen. Die Maschinen sind überdurchschnittlich laut.

Auch Straßenbauarbeiter sind im Durchschnitt einem Lärmpegel von 120 dB ausgesetzt. Ein typisches Beispiel hierfür sind der Presslufthammer und ähnliche Geräte auf der Baustelle. Durchschnittswerte von 120 dB sind auf Baustellen ganz normal. Deshalb darf dort auch nicht ohne Gehörschutz gearbeitet werden.

Der Barkeeper liegt mit 110 dB an dritter Stelle. Die Beschallung am Arbeitsplatz erfolgt oftmals stundenlang mit 110 dB oder mehr. Deshalb sollte unbedingt an einen ausreichenden Schutz gedacht werden. Auch die Gäste sollten sich entsprechend schützen.

Mitarbeiter in landwirtschaftlichen Betrieben sowie Fabrikarbeiter sind im Alltag durchschnittlich 105 dB ausgesetzt. Überall dort, wo große Maschinen starken Lärm verursachen, sind 105 dB und noch mehr keine Seltenheit.

Ein Brauereimitarbeiter muss sich jeden Tag mit einem Lärmpegel von durchschnittlich 100 dB auseinandersetzen. Die Brauereimaschinen sind sehr laut. Deshalb leiden Brauereimitarbeiter häufig unter Schwerhörigkeit, oftmals haben sie zusätzlich einen Tinnitus.

Orchestermusiker sind im Durchschnitt einer Lärmbelastung von 95 dB ausgesetzt. Obwohl Musik in der Regel als entspannend und angenehm empfunden wird, ist eine bestimmte Lautstärke auf Dauer schädigend. Auch das Hören von zu lauter Musik über die Kopfhörer solltest du vermeiden, denn das kann deinem Gehör sehr schaden.

Zahnärzte und Angestellte in Zahnarztpraxen müssen eine Geräuschkulisse von 90 dB und mehr aushalten. Das ist nicht nur für die Patienten, sondern für alle Beteiligten unangenehm. Auf Dauer hinterlässt das dann auch seine Spuren. Die Geräte erzeugen laute Geräusche und richtiggehenden Lärm. Das kann zu einer massiven Beeinträchtigung der Hörfähigkeit führen.

Menschen, die in pädagogischen Berufen beschäftigt sind, können mitunter jeden Tag bei ihrer Arbeit einem Geräuschpegel von 85 dB ausgesetzt sein. Diese Intensität ist nicht zu unterschätzen.



BerufHörverlustLebensstilMagazinWissenswertes

Einen Kommentar hinterlassen

Alle Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.