Situation Hörverlust in Deutschland

Hörminderung und Hörverlust in Deutschland

Die Lebenserwartung der Menschen steigt in vielen Teilen der Welt immer weiter an. Trotzdem sind die Geburtenraten rückläufig. In Deutschland führt das dazu, dass sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung stetig erhöht. Die zunehmende Zahl von älteren Menschen bringt auch eine höhere Anzahl von Hörproblemen und Hörminderungen mit sich.

An einer Hörminderung leidest du, wenn dein Hörverlust über 35 dB beträgt und dieser auch fachärztlich bestätigt wurde. Ein Hörverlust lässt sich heutzutage relativ früh feststellen. Einer der ausschlaggebenden Faktoren für Hörminderungen liegt in der Lärmbelastung, die vor allem in den Städten erhöht ist und zahlreiche Menschen betrifft. Dies gilt ganz besonders für die letzten 30 Jahre. Auf der ganzen Welt sind Experten zufolge und laut Statistiken ca. 460 Millionen Menschen von Hörproblemen und Hörminderungen betroffen.

Immer mehr Menschen suchen in den neuen Medien gezielt nach den besten vorbeugenden Maßnahmen und Hilfen, wenn es um Hörprobleme und Hörhilfen geht. Aber nicht nur die sich rasant schnell verbessernden Informationsmöglichkeiten, sondern vor allem die innovativen Technologien im Bereich Hörakustik machen es Betroffenen immer leichter, gegen ihre Hörprobleme vorzugehen. Heutzutage sind die entsprechenden Lösungen individuell.

Der deutschsprachige Raum und die Zahlen der Hörminderung 

Laut Zahlen und Statistiken vom Deutschen Schwerhörigenbund sind in Deutschland 15,6 Millionen Personen ab 14 Jahren von Hörminderungen betroffen. Somit leiden ca. 22% aller Einwohner unter Problemen mit dem Gehör.

Mögliche Langzeitfolgen und Gründe

Im Innenohr befinden sich empfindliche Nervenzellen. Diese sind genauso wie die restlichen Nervenzellen im Körper des Menschen nicht fähig, sich zu regenerieren. Wenn die Zahl der Nervenzellen aber sinkt, dann geht das mit einer Hörminderung einher. Die Folgen daraus werden häufig unterschätzt, denn der Prozess beginnt kaum merklich und setzt sich langsam aber stetig fort. Daher bemerken nur sehr wenige Betroffene die Schwerhörigkeit. Dies ist besonders oft bei der Altersschwerhörigkeit der Fall. Innerhalb der Gesellschaft findet das Thema Hörverlust zunehmend Beachtung, und auch die Langzeitfolgen werden den Menschen immer deutlicher bewusst.

Weißt Du, dass eine dauerhafte Beschallung mit Musik und auch das Rauchen zum Hörverlust beitragen können? 

2018 haben Forscher aus Japan dazu interessante Studien vorgelegt. Die Ergebnisse daraus belegen einen direkten Zusammenhang zwischen dem Konsum von Nikotin und einem Hörverlust. Auch du solltest dieses Thema nicht unterschätzen. Wenn du nämlich ohne ein Hörgerät nicht mehr an einem Gespräch teilnehmen kannst, bedeutet das einen tiefen sozialen Einschnitt für dein ganzes Leben.

Oft gehen mit fortschreitenden Hörproblemen auch Depressionen und Demenz einher. Manchmal führt ein vermindertes Hören sogar zu Unfällen, wenn zum Beispiel Signale wie ein Hupen oder ein Martinshorn überhört werden. Ein Hörverlust kann jedoch mit dem passenden Hörgerät sehr gut unter Kontrolle gebracht werden – vorausgesetzt, dass du dich frühzeitig darum kümmerst. Auf jeden Fall muss dieses Thema immer auch im Zusammenhang mit deinem gesamten Lebensumfeld betrachtet werden, damit eine individuelle und passgenaue Lösung für dich gefunden werden kann. 

Die Entwicklung des Tinnitus

In Deutschland gibt es 3 Millionen Menschen, die unter einem Tinnitus leiden. Dieser Begriff bezeichnet ein dauerhaftes Ohrgeräusch, das sehr unangenehm und einschränkend auf die Lebensqualität wirken kann. Mehr als die Hälfte der Betroffenen fühlt sich vom Tinnitus im Alltag beeinträchtigt. Manchen Betroffenen ist es nicht einmal mehr möglich, sich richtig auf die Arbeit zu konzentrieren. Auch Schlafmangel oder sogar eine Depression können als Folge eines Tinnitus entstehen. 

Immerhin gibt es aber für die Betroffenen einen Lichtblick: In spezialisierten Kliniken erlernen sie Strategien, um mit ihrer Erkrankung gut umgehen zu können. Ein Ansatzpunkt zur Behandlung ist zum Beispiel die Verhaltenstherapie. So können Betroffene im Tinnituszentrum der Charité in Berlin lernen, ihre Aufmerksamkeit bewusst vom Ohrgeräusch weg auf andere Dinge zu lenken. Das Ohrgeräusch wird dadurch als immer weniger störend empfunden. Bis zu 90 % der Patienten erfahren durch die neuen Behandlungsmethoden sehr gute Hilfen und erlangen immer mehr Lebensqualität zurück.

Bei der Behandlung des Tinnitus geht es darum, eine individuelle, zielführende Mischung aus unterschiedlichen Therapieansätzen zu finden und umzusetzen.

Hörgeräte und vorbeugende Maßnahmen bei Tinnitus und Hörproblemen

Fast jeder kennt in seinem privaten Umfeld jemanden, der an einem Hörverlust leidet. Die Kommunikationsprobleme können häufig behoben werden, wenn ein Hörgerät eingesetzt wird. Aber wie den Betroffenen darauf ansprechen? Oftmals leugnen Betroffene nämlich, dass sie nicht richtig hören können. Sie wollen dann Hinweise von Familienangehörigen und Freunden gar nicht annehmen. Geht es dir auch so? Fühlst du dich angesprochen? Dann wird es Zeit, regelmäßig Hörtests machen zu lassen.

Am besten suchst du deinen Hals-Nasen-Ohren-Arzt mindestens einmal im Jahr für einen Hörtest auf. Das ist für dich die einzige Möglichkeit, einen Hörverlust zu früh wie möglich zu erkennen und vorbeugende Maßnahmen einzuleiten, die dein Arzt dir dann verordnet. Eine fortschreitende Hörminderung ist ein schleichender Prozess, aber du kannst ihn beeinflussen. Leider wissen das nur die wenigsten.

Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Demenz oder Depression sowie soziale Isolation gilt es zu vermeiden, wenn sich die verschlechternde Hörsituation im Alltag mehr und mehr bemerkbar macht.

Weißt du eigentlich, inwieweit die Schwerhörigkeit dein Risiko für Demenz erhöht? Die Erhöhung kann bis zum Fünffachen betragen. Dessen sind sich viele Menschen jedoch nicht bewusst. Das Gehirn ist durch die Hörminderung dauerhaft gestresst, weil es ständig versucht, das nachlassende Gehör auszugleichen. Durch ein modernes Hörgerät kannst du dein Gehirn dauerhaft entlasten. Dadurch erfährst du eine zuverlässige Unterstützung im Alltag, denn du kannst deine Gesprächspartner wieder verstehen. 

Zum Schutz deiner Hörorgane vor dem vorzeitigen Altern ist das Vermeiden lauter Musik immens wichtig. Die Alterung der Hörorgane wird nämlich durch die lauten Geräusche stark beschleunigt.

HörverlustMagazin