Schwerhörigkeit

Schwerhörigkeit

Welche Therapien und Symptome gelten bei Hörverlust?


Dein Gehör kannst du als Schlüssel zu deinem sozialen Leben betrachten. Mit deinen Ohren kannst du eine Verbindung zwischen dir und deiner Umwelt herstellen. Durch dein Gehör kommuniziert du mit Kollegen, Freunden und deiner Familie. Mit deinen Ohren nimmst du das Rauschen der Blätter und des Meeres, sowie das Singen der Vögel wahr. Ist dir bewusst, welche komplexe Rolle deine Ohren als wichtiges Organ für dich im Alltag spielen?

Sehr oft wird es einem erst dann bewusst, welche Leistung die Ohren bringen, wenn die Gehörleistung abnimmt. Das Hören selbst betrifft sehr viele unterschiedliche Facetten in deinem Leben. Mit deinen Ohren entwickelst und verstehst du die Sprache. Damit genießt du die Musik oder interessante Unterhaltungen. Ohne dein Gehör würdest du nicht auf eine Oper gehen oder Filme und Konzerte besuchen und diese genießen. Deine Ohren und dein Hörvermögen können dich vor Gefahren warnen. Daher sind deine Ohren ununterbrochen aktiv.

Wenn du aber feststellen musst, dass deine Hörleistung eingeschränkt ist, ist diese Situation für dich sehr schlimm. Anfänglich ist dir vielleicht nicht bewusst, dass du überhaupt einen Hörverlust hast. Die ersten Reaktionen von deiner Familie und Freunden machen dich auf dieses Problem aufmerksam. Für dich bedeutet das aber nicht, dich zurückzuziehen und dich sozial zu isolieren – ganz im Gegenteil! Sobald du merkst, dass dein Hörvermögen zurückgeht solltest du aktiv werden und einen Fachmann aufsuchen. Im Durchschnitt gehen Patienten erst sieben Jahre nach den ersten Hörproblemen zum Hals Nasen Ohren Arzt für eine Untersuchung und werden aktiv. Ist dir aber bewusst, wie weit deine Lebensqualität sinkt, wenn du nichts unternimmst? Weißt du, wie modern heutige Hörsysteme und Geräte sind? Diese unterstützen dich effektiv und verbessern dein Hörvermögen nachhaltig.

Symptome und Anzeichen für deinen Hörverlust

  • Gespräche in der Gruppe sind für dich anstrengend
  • du vernimmst Geräusche in deinen Ohren
  • in deiner Familie tritt die Schwerhörigkeit bereits auf
  • Fernsehen kannst du nur mit sehr hoher Lautstärke
  • in lauter Umgebung, wie zum Beispiel im Einkaufszentrum, bei einer Konferenz oder im Restaurant kommt es zu Verständigungsproblemen
  • du kannst Kinder und Frauen nur schwer verstehen
  • die Stimme von anderen Menschen wirkt relativ gedämpft
  • bei einer Unterhaltung mit mehr als zwei Personen hast du Schwierigkeiten

Kann ich Schwerhörigkeit erben?

Die Anlage oder die Ursache für eine Schwerhörigkeit kann erblich bedingt sein. Zur Hälfte bekommt jedes Kind immer die Gene von Vater und Mutter vererbt. Wenn die Gene defekt sind, können Taubheit oder Hörstörungen vererbt werden, denn diese werden direkt an die Nachkommen weitergegeben. 

Wie sieht meine Diagnose aus?

Der erste Schritt ist eine Diagnose von deinem Hals Nasen Ohren Arzt. Anhand von Symptomen und Erkrankungen kann dein Arzt den Hörverlust bei dir genau bestimmen. Besonders wichtige Hinweise darauf sind sowohl die Situation, als auch der Zeitpunkt zu dem deine Schwerhörigkeit zum ersten Mal aufgetreten ist. Diese Informationen erleichtern deinem Arzt die Diagnosestellung. 

Mit einer Stimmgabelprüfung erfolgt eine körperliche Untersuchung. Dadurch erhält dein Arzt darüber Aufschluss, welche Art von Hörschwäche du hast oder ob es sich um eine  

  • Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit
  • Schallempfindungsschwerhörigkeit
  • Schallleitungsschwerhörigkeit 

handelt.

Ein einfacher und sehr schneller Test ist die Stimmgabelprüfung. Damit wird festgestellt, welcher Teil deines Ohres von der Störung betroffen ist. Es gibt drei Varianten:

 

  1. a) der Weber Versuch

Bei diesem Versuch wird die Stimmgabel in Schwingung versetzt. Sie wird auf deinem Scheitel angesetzt. Wenn du ein gutes Gehör hast, kannst du den Ton der Stimmgabel in der Mitte deines Kopfes wahrnehmen. Nimmst du den Ton hingegen nur auf einer Seite war, hast du eine Verminderung. Wenn deine Schallempfindungsstörung einseitig ist, kannst du den Ton nur vom besser hörenden Innenohr lauter wahrnehmen. Bei einer einseitigen Schallleitungsstörung sieht die Sache umgekehrt aus. In dem Fall nimmst du den Ton vom Ohr mit dem Hörverlust lauter wahr.

 

  1. b) der Rinne Versuch

Um zwischen der Schallleitungsschwerhörigkeit und der Schallempfindungsstörung zu unterscheiden, kommt der Rinne Versuch zum Einsatz. Die Stimmgabel wird in diesem Fall auf dem Knochen hinter deinem Ohr gelegt.

Das Ziel ist es, zwischen der Schallleitungsschwerhörigkeit und der Schallempfindungsstörung durch den Rinne Versuch zu unterscheiden. Sobald die Stimmgabel hinter dem Knochen deines Ohres gelegt wird, fällt der Versuch positiv aus, wenn der Ton nur über das bloße Gehör zu hören ist. Dann sind deine Ohren gesund. Wenn du den schwingenden Ton der Stimmgabel bei dem Versuch gar nicht hören kannst, ist der Versuch negativ.

 

  1. c) Gellé-Versuch 

Wird von deinem Arzt eine Otosklerose vermutet, kommt es zu diesem Versuch. Eine Otosklerose ist eine Knochenerkrankung direkt im Mittelohr. In dem Fall entsteht eine Schallleitungsschwerhörigkeit. Auch bei diesem Versuch wird die Stimmgabel direkt auf dem Knochen hinter deinem Ohr angesetzt. Gleichzeitig wird eine Ballonpumpe dafür verwendet, um den Druck auf dein Trommelfell und auf deinen Gehörgang zu steigern. Es ist alles in Ordnung, wenn der Ton der Stimmgabel leiser wird. Bleibt der Ton der Stimmgabel hingegen gleich laut ist es wahrscheinlich, dass du Otosklerose hast.

Eine Otoskopie, bzw. eine Ohrspiegelung ist nötig, um festzustellen, inwieweit körperliche Veränderungen oder Erkrankungen vorhanden sind. Ein typisches Beispiel ist die Perforation deines Trommelfells. Es ist sehr selten, dass das Trommelfell ein Loch hat.

 

Mit einem Hörtest kann dein Arzt anschließend ermitteln, wie gut du einzelne Tonhöhen hören kannst. Über eine Hörkurve werden diese Werte in einem Audiogramm ermittelt. Mithilfe dieser Daten kann dein Arzt über den weiteren Verlauf und die Behandlung entscheiden.

Wie funktioniert eine Ohrspiegelung?

Eine Ohrspiegelung oder Otoskopie ist eine rein optische Untersuchung von deinem Gehörgang und deinem Trommelfell. Dabei kommt ein Instrument namens Otoskop zum Einsatz. Es ist quasi ein Trichter aus Metall oder Kunststoff. Zumeist verfügt dieser Trichter zusätzlich über eine Lampe und eine Lupe. Wenn im äußeren Gehörgang Verletzungen oder Rötungen erkannt werden, sollte ein Hals Nasen Ohren Arzt konsultiert werden.

 

Definition Audiogramm

Bei einem Tonaudiogramm handelt es sich um eine Hörkurve. Bei dieser Kurve wird dein Hörvermögen grafisch abgebildet. Es werden unterschiedliche Frequenzen und die Hörschwellen dazu aufgezeichnet. Der äußerste Bereich bei dem das menschliche Gehör einen Ton überhaupt noch wahrnehmen kann ist die Hörschwelle. 

Wie kann eine Schwerhörigkeit therapiert und behandelt werden?

 

Die häufigste Form eines Hörverlustes ist die Lärmschwerhörigkeit. Diese Schwerhörigkeit kann entweder dauerhaft oder vorübergehend sein.

In jedem Fall solltest du rechtzeitig zu deinem Hals Nasen Ohren Arzt gehen. So kann dein Hörverlust prompt behandelt werden. Dein Gehör wird von einer kurzfristigen Lärmeinwirkung belastet, folglich ist dann Hörvermögen eingeschränkt. Eine passende Therapie und etwas Ruhe sowie hilfreiche Medikamente kommen dann zum Einsatz. Diese Kombination reicht meistens, damit du anschließend wieder gut hören kannst. 

Wenn die Beschallung mit Lärm allerdings länger andauert, kann es zu einem bleibenden Hörverlust kommen. Dann leidest du eventuell unter einer chronischen Lärmschwerhörigkeit. Die Symptome sind dann von Dauer. Dann können dir moderne Hörsysteme und Steuergeräte weiterhelfen, um die verloren gegangenen Töne wieder wahrzunehmen und zu hören. Mit einem modernen Hörgerät kannst du Gesprächen wieder problemlos folgen.

Grenzen zwischen vorübergehend und bleibend? 

Ab wann eine Schwerhörigkeit chronisch ist oder nicht ist nicht genau bestimmbar. Nach einer kurzfristigen Lärmeinwirkung sollte sich das Gehör normalerweise wieder erholen und regenerieren. Eine typische und sehr häufige Ursache für eine bleibende Schwerhörigkeit ist, wenn die Beschallung mit dem Lärm für das Gehör zu lange gedauert hat. Wenn sich die Ohren danach nicht ausreichend erholen können, kommt es zu einem dauerhaften Schaden. Auch der Stresspegel, sowie die Ernährung spielen als weitere Faktoren eine Rolle und nehmen individuellen Einfluss auf die Anfälligkeit des Gehörs. 

Weshalb ist ein Hörgerät wichtig?? 

Für dich ist dein Gehör ein sehr wichtiger menschlicher Sinn für deine Wahrnehmung. Deshalb solltest du die Musik nicht laut hören, ansonsten musst du mit einer frühzeitig eingeschränkten Hörleistung rechnen. 

Ein Hörgerät ist ein sehr effektives Instrument, damit du wieder mehr von deiner Umwelt hören kannst. Das Hörgerät verbessert nicht nur der die Klangwahrnehmung selbst, sondern auch die räumliche Orientierung wird wiedergegeben. Mit einem modernen Hörgerät kannst du sogar Musik hören. Moderne Hörgeräte und Systeme werden von einem Akustiker professionell eingestellt. So weißt du, dass du die Töne nicht zu laut wahrnimmst und dein Gehör bleibt unbeschädigt.

Welche Folgen hat ein Hörverlust? 

Die Folgen können bei einem Hörverlust relativ umfangreich und vielfältig sein. Sie können die unterschiedlichsten Bereiche in deinem Leben erschweren.

 Dazu zählen zum Beispiel:

  • Fernsehen
  • Telefongespräche
  • berufliches Meeting
  • Gespräche mit Familie
  • Gespräche mit Freunden

Diese und weitere Situationen stellen für dich im Alltag eine Herausforderung dar. Im schlimmsten Fall kommt es zu einer sozialen Isolierung. Deine Lebensqualität geht dann verloren. Die Schwerhörigkeit ist dir nicht direkt anzusehen. Deshalb kommt es oft zu Unverständnis oder Missverständnissen seitens Freunden und Familie. Außerdem kann ein Hörverlust dazu führen, dass diverse Situationen relativ schlecht dargestellt werden. Nahestehende Personen reagieren oft verwirrt darauf. Deshalb ist es wichtig, dass du das Thema Hörverlust öffentlich angehst und alle Mitmenschen darüber informierst.

 

Welche Konsequenzen hat eine Schwerhörigkeit?

 

Körperliche Konsequenzen

 

Wenn du deine Schwerhörigkeit ignorierst und nicht behandelst kommt es zu körperlichen Problemen, dazu zählen:

 

  • Stress
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Erschöpfung
  • Müdigkeit

 

Daher solltest du bei Verdacht sofort einen Hörakustiker aufsuchen und dein Gehör testen und prüfen lassen.

 

Soziale Konsequenzen

 

Zahlreiche Studien haben mittlerweile belegt und gezeigt, dass es auch soziale Konsequenzen hat, wenn du unter Schwerhörigkeit leidest. Du bist besorgt, ängstlich und unglücklich mit deiner Situation. Du kannst sich schlechter konzentrieren und reduzierst deine sozialen Aktivitäten. In der Folge sinkt dein Selbstwertgefühl und du vergisst den Kontakt zu deinen Freunden und mit Menschen.

 

Hörverlust ist ein Volksphänomen

 

Hast du gewusst, dass beinahe jeder sechste unter einem Hörverlust leidet? Es ist leider tatsächlich ein regelrechtes Volksphänomen, wenn es um Hörprobleme geht. Dadurch vermindert sich das Wohlbefinden des Betroffenen beträchtlich.

 

Hörprobleme kommen nicht nur bei älteren Menschen vor. Sie sind bei sämtlichen Altersklassen vertreten. In Deutschland hat bereits einer von sechs Menschen Schwerhörigkeit. Meistens handelt es sich um ein gemindertes Hörvermögen. Oftmals ist dies ein sehr schleichender Prozess. Anfänglich gehen ausschließlich die hohen Frequenzen verloren. Das hörbare Spektrum verkleinert sich aber stetig und zunehmend. Dadurch wird auch das Gehirn weniger gefordert und du verlierst die Unterscheidungsleistung. Auch kleine Hörminderungen sollten rechtzeitig erkannt und behandelt werden. So kannst du deiner Schwerhörigkeit entgegenwirken.

 

Wie entsteht Schwerhörigkeit?

 

Es gibt insgesamt drei unterschiedliche Arten von Schwerhörigkeit:

 

  • Schallempfindungs- und Innenohrschwerhörigkeit
  • Schallleitungsschwerhörigkeit
  • Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit

 

Die Schallwellen kommen bei der Schallleitungsschwerhörigkeit

fast gar nicht oder nur in abgeschwächter Form in dein Innenohr. Folgende Ursachen, Krankheiten und Gründe können vorliegen und zählen zu den Auslösern:

 

  • Gehörgang ist verstopft
  • Mittelohrentzündung
  • Paukenerguss im Mittelohr
  • Mittelohr ist chronisch eitrig
  • Gehörsknöcheln sind verwachsen

 

Dein Innenohr oder deine Hörnerven sind krankhaft verändert, wenn du eine Schallempfindungsschwerhörigkeit hast. Manchmal werden die Signale vom Hörnerv nicht richtig an das Gehirn weitergeleitet. Die typischen Ursachen dafür sind:

 

  • Schädelverletzung
  • Morbus Menière
  • Hörsturz
  • tägliche Lärmbeschallung von über 85 dB
  • Altersschwerhörigkeit

 

Dein Gehirn kann die eingehenden Signale bei einer Schallwahrnehmungsschwerhörigkeit nicht richtig verarbeiten. Die häufigsten Ursachen dafür sind:

 

  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Fehlbildungen oder Geburtsfehler
  • Schlaganfall
  • Hirnblutung
  • Gehirnentzündung

 

Auch Medikamente können ein eine Ursache für ein Hörverlust darstellen. Nicht das Präparat selbst entscheidet darüber, sondern eher die Menge des Medikaments. Bei einer Überdosierung können auch Schmerzmittel einen schädlichen Effekt hervorrufen und das Hörvermögen negativ beeinflussen.

 

Wie kann ich die Ursachen für meine Hörminderung minimieren?

 

In Bezug auf die Hörstörungen ist die Forschung noch lange nicht abgeschlossen. Im Alltag lassen sich die Hörstörungen mit folgenden Tipps vermeiden:

 

  • Spülung vom Hals Nasen Ohren Arzt
  • Ohrenschmalz nicht mit Stäbchen entfernen
  • guter Gehörsschutz für Leistungsschwimmer

 

Grundsätzlich ist es ratsam, den Arzt regelmäßig für die Untersuchung aufzusuchen. Wenn die Hörleistung nachlässt, wird das sofort festgestellt.

 

Kinder und Neugeborene mit Schwerhörigkeit

 

Eine besondere Situation ist gegeben, wenn Babys oder Kinder unter Hörstörungen leiden. Dann ist nämlich auch die Entwicklung gehemmt. Besonders im jungen Alter sind Schallreize sehr wichtig, damit ein akustisches Feingefühl entwickelt werden kann. Auch das Sozialverhalten des Kindes wird von einer Schwerhörigkeit negativ beeinflusst. Das Kind kann die Fähigkeit sprechen zu lernen nicht wirklich erlangen.

 

Die Lernkompetenz für zukünftige Hören wird vom Kind in den ersten zwei Jahren ausgebildet. Wenn die Ohren keine Reize empfangen, bleibt dieser besondere wichtige Lernprozess beim Kind komplett aus. Ein Kind mit einer Hörminderung sollte möglichst frühzeitig ärztlich behandelt werden. Eine frühe Entwicklung wird bei der Logopädie oder auch Sprecherziehung sowohl sozial, als auch geistig gefördert. Dadurch wird die Gefahr auf eine spätere Schwerhörigkeit minimiert.





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