Die Hörfläche - Was ein Mensch wahrnehmen kann

Welche Geräusche im Alltag können einen Hörverlust begünstigen?

Beschäftigt man sich mit Hörverlust, stößt man schnell auf Statistiken zu gefährlichen Lärmpegeln und Dezibel. In der Regel kennen sich nur die wenigsten damit aus, was ein Dezibel ist und ab wann die Belastung durch Lärm zu einem Hörverlust führen kann. Deshalb ist es auch schwer, solche Daten zu interpretieren. Was genau ein Dezibel ist, lässt sich besser verstehen, wenn Sie sich gängige Geräusche und ihren Lärmpegel ansehen.



Manche davon werden Ihnen schon häufiger begegnet sein, ohne dass Sie sich dabei etwas gedacht haben. Beispielsweise das Geräusch eines Flugzeugs oder der U-Bahn. Entscheidend dafür, ob das Geräusch zu Hörverlust führen kann, ist die Dauer der Lärmbelastung.



Es macht einen Unterschied, ob Sie kurz neben einem startenden Hubschrauber stehen oder als Flughafenmitarbeiter den ganzen Tag damit zu tun haben. Sehen wir uns also an, welche Geräusche Sie besser meiden sollten.



Der menschliche Hörbereich, diese Dezibel können wir wahrnehmen

Was genau ist ein Dezibel? Dezibel ist die Einheit für die Intensität des Schalls. Abgekürzt wird Dezibel mit db. Das menschliche Gehör kann eine breite Skala an Geräuschen wahrnehmen. Von besonders leisen Geräuschen wie das Surren von Elektronik bis zu extrem lauten Geräuschen wie ein Flugzeugstart oder Baulärm.



Die Skala, die den hörbaren Dezibel Bereich angibt, funktioniert logarithmisch. Was bedeutet das? Das heißt, der Wert steigt jeweils um 10 an. Sprich, der leiseste Ton liegt bei 0. Ein besonders lautes Geräusch liegt dann bei 30 db. Das wäre beispielsweise der um 1000-fach lautere Ton. Wahrnehmbar sind Töne mit einer Lautstärke von über 120db. Die kritische Grenze liegt bei Tönen ab 80 Dezibel.



Ab 65 Dezibel besteht außerdem ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei längerer Einwirkung des Lärms auf den Körper. Feststeht, dass Lärm auch zu psychischen Belastungen führen kann und deshalb Auswirkungen auf den ganzen Körper hat.



Der Körper erwartet einen Angriff und ist deshalb in Alarmbereitschaft. Dabei werden Stresshormone ausgeschüttet. Diese haben eine schädliche Auswirkung auf den ganzen Körper. Die Konzentration und der Schlaf beginnen darunter zu leiden. Das ist auch der Grund, warum eine dauerhafte Lärmbelästigung im deutschen Recht unter Körperverletzung fällt.



Das sind alltägliche Geräusche im menschlichen Hörbereich und ihre Dezibel

Wie laut müssen also Geräusche sein, dass wir sie hören können? Wie bereits erwähnt, ist 0 db das Geräusch, das ein gesundes Gehör gerade noch wahrnehmen kann. Eine Berührung auf der Haut oder ein Blatt, das vom Baum fällt, entsprechen einer Lautstärke von 0 db.

 

Gefährlich werden Geräusche im Bereich von 120 db, aber auch durchgehende Belastungen mit Geräuschen ab 85 db. Die Skala alleine wird Ihnen aber immer noch wenig sagen können. Deshalb haben wir Ihnen hier eine grobe Skala von Dezibelpegeln angeführt, die Ihnen im Alltag begegnen:


10 dB: Normales Atmen

20 dB: Flüstern aus drei Metern Entfernung

30 dB: Flüstern in der Nähe

40 dB: Leise Bibliotheksgeräusche

50 dB: Kühlschrank

60 dB: Elektrische Zahnbürste

70 dB: Waschmaschine

80 dB: Wecker

90 dB: U-Bahn

100 dB: Fabrikmaschinen, Hubschrauber, große Trommel

110 dB: Autohupe

120 dB: Krankenwagensirene

180 dB: Feuerwerk



Sie können sehen: Kritische Bereiche beginnen schon mit dem Läuten eines Weckers und dem täglichen Kontakt mit der U-Bahn. Ein kurzer Kontakt mit solchen Geräuschen ist jedoch noch ungefährlich. Problematisch sind mehr Geräusche aus dem Berufsalltag, mit denen Sie täglich in Berührung kommen und den ganzen Tag zu hören bekommen.



Als Musiker sollten Sie beispielsweise Ihr Gehör schützen. Eine große Trommel kann bis zu 120 db laut werden. Über lange Zeit kann dieser Geräuschpegel ungeschützt zu einem Hörverlust führen. Das gleiche gilt für einen Rasenmäher, dieser erzeugt Lärm im Bereich von 60-80 Dezibel. Tragen Sie deshalb einen Gehörschutz, wenn Sie bestimmten Geräuschen nicht ausweichen können. Auch am Bau, in der Konzerttechnik oder am Flughafen ist Ihr Gehör durch den Lärmpegel gefährdet.



Für das beliebte Feuerwerk an Silvester gilt, nicht zu nahe neben dem explodierenden Feuerwerk stehen. Mit einer Lautstärke von 180 db kann schon nach kurzer Zeit eine Schädigung am Gehör entstehen.



Welche Frequenzen liegen im menschlichen Hörbereich?

Neben der Lautstärke ist auch die Frequenz ein wichtiger Faktor des Gehörs. Die Frequenz gibt an, wie hoch oder tief ein bestimmter Ton ist. Der menschliche Hörbereich ist sehr breit, wir nehmen Töne von 20 bis 20.000 Hertz wahr.



Hertz ist die Einheit für die Zahl der Schwingungen eines Tons pro Sekunde. Je höher diese Zahl ist, desto höher ist der Ton. 20 Hertz ist demnach der tiefste hörbare Ton. 20.000 Hertz ist dann der höchste Ton. Das kann ein schrilles Pfeifen oder Vogelgezwitscher sein.



Im Vergleich dazu: Delfin und Fledermaus können auch Töne im Ultraschallbereich hören, diese liegen bei 200.000 Hertz.



Ein beginnender Hörverlust zeigt sich daran, dass Sie beginnen, hohe Töne plötzlich nicht mehr wahrnehmen. Das Geräusch von Vögeln, Flöten oder Kindern fehlt Ihnen einfach. In der Regel kann sich das Gehirn nicht mehr an den Ton erinnern und ersetzt ihn durch den bekannten Tinnitus.



Was tun, wenn ich manche Töne nicht mehr hören kann?

Sollten Sie feststellen, nicht mehr richtig zu hören, ist ein Besuch beim Hörakustiker empfehlenswert.

Dieser kann mittels Audiogramm feststellen, wie es um ihr Gehör steht. Außerdem kann er der Ursache für Ihren Hörverlust auf den Grund gehen. Ihre Werte werden dann mit der normalen Hörfunktion verglichen, um die Abweichung erkennen zu können. Anhand dieser Werte wird dann entschieden, ob Sie ein Hörgerät brauchen, um den Hörverlust auszugleichen.



Sie können Ihr Gehör auch testen. Wie gut nehmen Sie zum Beispiel Gespräche wahr, die nicht in Ihrer unmittelbaren Nähe befinden? Müssen Sie darum bitten, das Gesagte zu wiederholen? Kommen Ihnen Geräte im Haushalt leise vor? Wie einfach fällt es Ihnen Sprache zu verstehen, wenn Sie sich in einer großen Gruppe von Personen befinden. In der Regel fällt es Personen mit eingeschränktem Gehör in solchen Situationen schwer, am Gespräch teilzunehmen oder sich im Raum zu orientieren.



Auch junge Menschen sind gefährdet, später an Hörverlust zu erkranken, wenn häufig Rockkonzerte besucht werden oder mit Kopfhörern Musik auf voller Lautstärke gehört wird. Ein dahin gehender Trend zeigt sich bereits, da Personen immer früher ein Hörgerät benötigen.

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