Welche Ohrgeräusche es gibt und wie diese entstehen

Manchmal treten Geräusche im Ohr auf, die sich als Knistern, Ploppen oder Pfeifen äußern. Sie können Ihnen nervig, schmerzhaft, aber auch angenehm vorkommen. Manche davon werden bei langer Dauer auch zur psychischen Belastung. Beispielsweise das häufige Pfeifen im Ohr, auch als Tinnitus bekannt. Sie entstehen aufgrund verschiedener Ursachen im Innenohr, insbesondere durch Funktionsstörungen der einzelnen Komponenten im Ohr. 

Lesen Sie hier, wie solche Geräusche entstehen und was Sie bei Auftreten dieser tun können, um sie wieder loszuwerden.

Probleme mit zu viel Schmalz im Ohr

Haben Sie das Gefühl, besonders viel Ohrschmalz zu produzieren? Oder Ihr Ohr ist häufig verstopft? Die meisten Personen haben nur in seltenen Fällen Probleme damit. Sollten Sie darunter leiden, ist das kein Grund zur Sorge. An und für sich dient das Ohrenschmalz der Reinigung der Ohren. Es sorgt für eine gesunde Haut, hält Fremdkörper aus dem Ohr fern und kann Staub abfangen. 

Das Ohr kann allerdings aufgrund einer zuvor erlittenen Infektion animiert werden, vermehrt Ohrenschmalz zu erzeugen.  Zu viel davon kann zu einem verringerten Hörvermögen, Juckreiz und Klingeln oder Summen im Ohr führen. Diese Geräusche ähneln einem Tinnitus und treten auf, wenn Druck am Trommelfell erzeugt wird. Dieses fängt dann an, die Schwingungen des Trommelfells zu verändern.

Damit verschwinden auch die lästigen Geräusche im Ohr sowie eine dadurch einhergehende Hörverminderung. Versuchen Sie nicht zu sehr das Ohr mit Wattestäbchen zu reinigen. 

Dabei schieben Sie das Ohrenschmalz nur noch weiter zusammen. Im Außenbereich können Sie das Ohrenschmalz vorsichtig mit einem feuchten Tuch entfernen. Statt Wattestäbchen können Sie versuchen, das Ohrschmalz durch eine Spülung mit warmem Wasser zu entfernen.  

In der Regel werden bei der Reinigung durch den Ohrenarzt aber die besten Ergebnisse erzielt. Dieser wird zunächst Ohrentropfen ins betroffene Ohr träufeln und dieses dann anschließend mit warmem Wasser ausspülen. Gegebenenfalls prüft dieser auch, ob es durch den Druck zu Verletzungen am Trommelfell gekommen ist.

Wenn die Ohrtrompete nicht richtig funktioniert, kommt es zum Knistern und Knallen 

Die eustachische Röhre oder Ohrtrompete verbindet die Nase mit dem Innenohr. Diese Verbindung dient dem Druckausgleich. Jedes Mal, wenn man schluckt oder gähnt, öffnet sich diese Verbindung und lässt Luft vom Ohr zur Rückseite der Nase strömen. Das verhindert, dass das Trommelfell zu Schaden kommt.  Wenn der Druckausgleich nicht richtig funktioniert, handelt es sich um eine Funktionsstörung der Röhre.

Diese kann durch Polypen, Allergien oder durch eine Erkältung entstehen. Bei Entzündung der Röhre wird die Flüssigkeit der feuchten Schleimhaut klebrig und verursacht die Ohrengeräusche. Meistens wird dann die Röhre verstopft. 

Sollte die Entzündung eine Behandlung notwendig machen, werden häufig Steroid-Nasensprays verwendet. Bei Kindern ist die Verbindung zwischen Innenohr und Nase noch zu kurz und kann deshalb zur Mittelohrentzündung führen.

Bei manchen Personen ist die eustachische Röhre dauerhaft offen. Das führt dazu, dass die eigene Stimme lauter wahrgenommen wird. Auch der eigene Atem kann Ihnen lauter vorkommen. Die Symptome verschwinden oft bei der Steigerung des venösen Drucks im Kopf, zum Beispiel im Liegen. 

Über die Ursache ist sich die Wissenschaft noch nicht einig. Eine Behandlung ist in der Regel nicht notwendig, da es zu keinen bedenklichen Beschwerden kommt. Der Einsatz einer Nasensalbe kann zur Verbesserung der Symptome führen. Operative Eingriffe wurden bereits versucht. Eine Besserung der Symptome konnte nicht festgestellt werden. 

Muskeln im Ohr können verrückt spielen

In Ihren Ohren befinden sich mehrere Muskeln. Einer davon heißt Tensor tympani und ist für den Schutz des Innenohrs verantwortlich. Er reagiert auf zu laute und plötzliche Geräusche und reduziert auch den Klang der eigenen Stimme oder das Kaugeräusch. Manche Personen können diesen Muskel bewegen und hören dann ein leises Rumpeln im Ohr. Es ähnelt dem Geräusch, das beim Gähnen entsteht.

Selten kann der Muskel sich spontan zusammenziehen und es kommt zu einem Klingeln oder Knacken. Man vermutet eine Fehlreaktion der Wahrnehmung, die dann zu Bewegungen des Muskels führt. Ein Tremor in der Gaumenmuskulatur kann die Ursache für die Symptomatik sein. Behandelt wird dieser mit einer geringen Menge Botox. In der Regel verschwinden die Ohrgeräusche, solange die Wirkung des Nervengifts anhält.

Hören Sie ein Pochen im Ohr?

Sollten Sie ein pochendes Geräusch in Ihrem Ohr vernehmen, dann sind Sie damit nicht alleine. Dieses Geräusch bezeichnet man auch als Tinnitus und manchmal stimmt dieser auch mit dem Puls überein. Betroffene beschreiben das Geräusch oft als Schlagen ans Trommelfell. 

Es gibt verschiedene Gründe wie dieses Pochen im Ohr entsteht. Verändert sich der Blutfluss und das Blut fließt turbulenter oder schneller, dann können Sie das im Ohr hören. Das ist die häufigste Ursache für das Pochen im Ohr. Auch bei Schwangerschaft und einer überaktiven Schilddrüse kann es dazu kommen. 

Prinzipiell sollte abgeklärt werden, warum Sie das Ohrgeräusch wahrnehmen. Nicht immer ist dieses durch eine ernste Ursache ausgelöst, aber es könnte ein Hinweis auf Probleme mit dem Blutdruck oder andere kardiovaskuläre Probleme sein.

Hilfe, mein Ohr pfeift

Haben Sie das Gefühl, in Ihrem Ohr pfeift es, oder vernehmen Sie ein Klingeln? Fühlen Sie sich davon belastet? Pfeifen, Klingeln oder Rauschen sind Anzeichen für einen Tinnitus. Dieser kann aufgrund einer plötzlichen lauten Ursache (lautes Konzert, kein Gehörschutz bei der Bauarbeit) auftreten oder im Zuge eines voranschreitenden Hörverlusts. 

In diesem Fall ersetzt das Pfeifen oder Rauschen den Ton, der fehlt. Oft haben Betroffene bis dahin gar nicht wahrgenommen, dass Ihr Gehör abgenommen hat. Das Gehirn weiß, dass der Ton da sein muss, empfängt aber kein Signal. Deshalb wird der Ton durch das Rauschen oder Klingeln ersetzt. Akuter Tinnitus kann mit Kortison behandelt werden. 

Tritt der Tinnitus gemeinsam mit einem Hörverlust auf, kann dieser meist nicht mehr endgültig entfernt werden. Ein Hörgerät mit Noiser und Musiktherapie schaffen den Betroffenen Erleichterung. Häufig betrifft das Ohrgeräusch Personen ab dem 50. Lebensjahr. Bei Kindern tritt Tinnitus eher selten auf.

Fazit: Nicht alle Ohrgeräusche sind Grund für Bedenken

Unser Ohr macht ständig winzige Bewegungen. Diese können wir nicht spüren, aber sie sind da. Die meisten Ohrgeräusche, die auftreten können, haben eine harmlose Ursache. Treten die Ohrgeräusche öfters auf? Sind Sie eine Belastung für Ihren Alltag? Dann sollten Sie einen Facharzt aufsuchen. Dieser entscheidet dann, ob eine Behandlung in diesem Fall notwendig ist.