Mann mit Knalltrauma

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    Knalltrauma: Behandlung, Ursachen, Symptome

    Bei einem Knalltrauma handelt es sich um ein akustisches Trauma. Es tritt auf, wenn die Haarzellen im Innenohr geschädigt werden. Dazu kann es bei erhöhter Schalleinwirkung auf das Ohr kommen, die kurz - zwischen ein und zwei ms -, aber intensiv auf das Ohr einwirkt. Denn sobald eine gewisse Druckschwelle überstiegen wird, ist dem menschlichen Ohr eine Adaption nicht mehr möglich. Folglich kommt es zu einer Schädigung des Hörorgans.

    Wir haben sämtliche relevante Informationen zum Thema Knalltrauma zusammengefasst. Im Folgenden finden Sie also Informationen zu Ursachen und Symptomen. Zudem erfahren Sie, wie die Diagnose "Knalltrauma" gestellt wird und welche Therapieansätze möglich sind. Bei Fragen stehen wir Ihnen sehr gerne unverbindlich und kostenlos zur Verfügung.

    Gründe und Ursachen für ein Knalltrauma

    Die Gründe für ein akustisches Knalltrauma sind divers. Zu den typischen Beispielen gehören:

    • Ein kräftiger Schlag aufs Ohr
    • Blitzeinschlag
    • Sprengung in der Nähe des Ohrs
    • Knallkörperexplosion in der Nähe des Ohrs
    • Schüsse in der Nähe des Ohrs

    Diese Ursachen können durch eine Störung im Stoffwechsel der Haarzellen zu deren Schädigung führen. Konsequent ist die Sauerstoffversorgung nicht mehr ausreichend gegeben und es können keine freien Radikale mehr gebildet werden. Zudem ist auch eine mechanische Schädigung ist möglich. Zunächst ist hierbei der basale Bereich der Ohrschnecke betroffen, worunter der Hochtonbereich fällt.

    Welche Symptome entstehen durch ein Knalltrauma?

    Ein typisches Symptom des Knalltraumas ist das Gefühl eines verstopften Ohres. Außerdem zeigt sich ein Hörverlust auf der betroffenen Seite. Weitere übliche Symptome eines Knalltraumas sind:

    Meistens besteht das Knalltrauma nur einseitig und sollte bereits innerhalb der ersten Tage eine Besserung der Beschwerden zeigen. Mit einer Verschlechterung der Symptome ist generell nicht zu rechnen.

    Wie wird ein Knalltrauma diagnostiziert?

    Für eine Diagnose erstellt dein Hals-Nasen-Ohren-Arzt eine Hörkurve. Durch diese Kurve, die in einem Audiogramm dargestellt wird, kann eine Schallempfindungsschwerhörigkeit festgestellt werden. Im Kurvenverlauf lässt sich diese anhand der Form erkennen, die eine Senke bei 4000 Hz oder einen Abfall bei hohen Tonfrequenzen zeigt.

    Bei einem Knalltrauma fällt der sogenannte SISI-Test positiv aus. Das heißt: Die Spanne zwischen der Behaglichkeitsschwelle und der Hörschwelle ist geringer als bei Menschen, die normal hören können. Dieser Umstand ist auf die geschädigten äußeren Haarzellen zurückführbar. In einem gesunden Ohr lässt sich normalerweise ein relativ breites Spektrum an Tönen und ihrer Intensität wahrnehmen. Im Falle einer Schallempfindungsschwerhörigkeit hingegen ist die Wahrnehmung von Lautstärkeschwankung eingeschränkt.

    Darüber hinaus ist ein weiterer Funktionsbereich der äußeren Haarzellen betroffen: Die otoakustischen Emissionen sind bei einer Schädigung nicht mehr messbar. Da es beim Testen der Emissionen allerdings zu einer zusätzlichen Lärmbelastung kommt, wird der Test erst rund eine Woche nach dem Auftreten des Traumas durchgeführt.

    Welche Therapiemöglichkeiten gibt es bei einem Knalltrauma?

    Die erste therapeutische Maßnahme ist eine Infusionstherapie mit Procain und HAAES. Eine Behandlung erfolgt quasi analog zu der bei einem Hörsturz. Weiterhin kann es noch zur Verabreichung von Kortison kommen. Wenn keine dieser beiden Therapien anschlägt, wird eine hyperbare Sauerstofftherapie eingesetzt.

    In jedem Fall sollte so früh wie möglich mit der Therapie begonnen werden, denn das ist für die Prognose entscheidend. Je früher die Therapie einsetzt, umso geringer ist das Risiko eines bleibenden Schadens durch das Knalltrauma.

    Operationen werden bei einem Knalltrauma nur durchgeführt, wenn entweder eines oder beide Fenster im Innenohr beschädigt sind oder sich eine Perilympfistel gebildet hat. In diesem Fall besteht eine krankhafte Verbindung vom Perilymphraum zum Mittelohr. Sowohl Fistel als auch ein beschädigtes Fenster werden durch die Sanierung der Trommelfelleröffnung behandelt. Dieser Eingriff nennt sich Tympanotomie.

    Kann ein Hörgerät bei einem Knalltrauma helfen?

    Wenn ein Knalltrauma über einen längeren Zeitraum anhält, kommt es in den meisten Fällen zu einem Hörschaden im Hochtonbereich. Diese Hörminderung kann durch ein Hörgerät in der Regel sehr gut ausgeglichen werden. Dadurch wird die Lebensqualität maßgeblich verbessert. Insbesondere in lauten Umgebungen ist die verbesserte Hörfähigkeit wahrnehmbar, die mittels der Hörgeräte zurückgewonnen wird.

    Welche Prognose gibt es bei einem Knalltrauma?

    Die Prognose ist grundsätzlich gut. Nach circa sechs Wochen darf mit einer Besserung der Beschwerden gerechnet werden. Oftmals stellt sich das Gehör wieder vollständig her. Wenn die Beschwerden nach sechs Wochen immer noch bestehen, sinkt die Erfolgsaussicht auf eine Heilung. Eine dauerhafte Hörschädigung kann demnach nicht ausgeschlossen werden.